Weltraumforschung im Project Enterprise
Seit Frühjahr 2009 arbeitet das Team um Project Enterprise eng mit dem renommierten Weltraumbiologen Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Oliver Ullrich, Anatomisches Institut, Medizinische Fakultät, Universität Zürich.
Und Institut für Maschinenkonstruktion Fakultät für Maschinenbau Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg zusammen. Thema, Gesamtziel und Beschreibung des gemeinsamen Vorhabens:
Durch die Fertigstellung der Internationalen Raumstation und konkrete Pläne aller großen Raumfahrtagenturen für Flüge zum Mond und Mars ist die bemannte Raumfahrt in eine neue Ära getreten. Menschen werden sich in Zukunft nicht nur Tage, sondern Monate und Jahre im All aufhalten. Diese Langzeitaufenthalte stellen völlig neue Anforderungen an die weltraummedizinische Forschung, die sich nun viel mehr und verstärkt mit den Auswirkungen der Weltraumumgebung auf zelluläre und molekulare Vorgänge im Körper des Menschen beschäftigen muss.
Der bisherige medizinisch-physiologische Erfahrungshorizont erfasst relativ zuverlässig einen Zeitraum von etwa 30 Tage im All, während aber die Veränderungen auf Ebene der zellulären und molekularen Vorgänge bisher weitgehend völlig unverstanden sind. Damit liegt auch die gezielte Entwicklung pharmakologischer Gegenmaßnahmen in weiter Ferne. Diese sind aber eine dringende Notwendigkeit, um die enormen medizinischen Probleme, die ein Langzeitaufenthalt im All z.B. für das Immunsytem und den Muskel- und Knochenstoffwechsel mit sich bringt, in den Griff zu bekommen.
Der Bedarf an biowissenschaftlicher Forschung unter Weltraumbedingungen wird daher in den folgenden Jahrzehnten massiv zunehmen. Diesem Bedarf stehen aber nur sehr limitierte Forschungsmöglichkeiten gegenüber, die mit enormen Vorlaufzeiten (mehrere Jahren bei Forschungsraketen oder ISS Experimenten), großer Unflexibilität (Experimentdesign muss lange vor dem Start „eingefroren“ werden), hohen Kosten für die Nutzer, eingeschränkter Logistik (abgelegene Startplätze) und nur geringer Anzahl an Starts (1-2 Flugkampagnen pro Jahr) verbunden sind. Zudem ist moderne biowissenschaftliche Forschung mit dem derzeitigen Repartoire an Fluggelegenheiten nicht möglich, da insbesondere die Durchführung von Experimentsequenzen mit kontinuierlicher Auswertung und Anpassung des Versuchsdesigns nicht möglich ist. Das hier vorgeschlagen Projekt ist in der Lage, diese Einschränkungen in der erdgebundenen Schwerelosigkeitsforschung zu lösen.
Bedeutung des Vorhabens/Marktpotenzial: Es handelt sich hierbei um ein Vorhaben, bei der eine Forschungsmöglichkeit mitsamt Infrastruktur für die Raumfahrt geschaffen werden kann, die weltweit bisher noch nicht existiert. Das Vorhaben bündelt die im Land Sachsen-Anhalt ansässige Spezialtechnologie in Luftfahrt, Antriebssysteme, Konstruktionstechnik und Weltraummedizin. Verbunden mit einem einzigartigen Standortvorteil eines eigens für diese Flüge nutzbaren Flughafens (Cochstedt) und den in unmittelbarer Nähe liegenden Universitätslaboren (Magdeburg) für Boden-Nutzerzentren, kann sich Sachsen-Anhalt mit diesem Projekt eine Spitzenposition in der internationalen biowissenschaftlichen Welttraumforschung erwerben. Potentielle Nutzer sind alle Raumfahrtagenturen mit eigenem Forschungsprogramm (DLR, ESA, NASA, CNSA, ISRO, usw.)



